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 Die Wortbildungsregularitäten des Verbs und ihre Umsetzung in didaktischen Grammatiken für Deutsch als Fremdsprache

 


In der 2008 am Institut  für Deutsch als Fremdsprache der Universität München vorgelegten Dissertation geht es vordergründig um Wortbildungsregularitäten, tatsächlich aber stehen didaktische Grammatiken sowie neuere Lehrwerke auf dem Prüfstand, die beide auf ihre Umsetzung der linguistischen und fachdidaktischen Erkenntnisse und Methoden hin untersucht werden. 

Ausgangspunkt und Motivation für diese ausführlichen und aufschlussreichen Analysen war die Praxis des Deutschunterrichts, die Erfahrung  der Autorin als Deutschlehrerin an verschiedenen pädagogischen Einrichtungen Deutschlands und Polens bei der Vermittlung der Wortbildung im Deutschen und das Arbeiten mit didaktischen Grammatiken und Lehrwerken.

Der Prozess der Wortbildung ist einerseits das wichtigste Instrument zur Erweiterung des Wortschatzes einer Sprache, andererseits gehört die Wortbildung auch aus linguistischer Perspektive zu den  zentralen Prozessen einer Sprache. In der deutschen Sprache stellt die Wortbildung neben der Klammerstruktur ein wesentliches  Strukturmerkmal dar.

In der Arbeit wird in ausführlichen Schritten der Frage nachgegangen, ob die didaktischen Grammatiken als Medien der Wortbildungskenntnisse diese  Aufgabe adäquat erfüllen. 

Es ist ein  systematischer  Gang von der Linguistik zur Didaktik, der bis zur unterrichtlichen Praxis führt.

Beginnend mit den terminologischen Grundlagen der Wortbildungslehre (Kapitel  2)  - Arten, Typen, Modelle und Muster der Wortbildung - schreitet die Darstellung (in Kapitel 3) über die Rolle und Relevanz der Wortbildungsregeln im Fremdsprachenunterricht aus der linguistischen und didaktischen Perspektive über die spezielle Wortbildung des Verbs in der linguistischen Forschung  (Kapitel  4) fort zu den Grundlagen und Rahmenbedingungen zur Gestaltung von didaktischen Grammatiken für Deutsch als Fremdsprache  (Kapitel  5) und  (in Kapitel 6)  bis  zu deren Analyse im Hinblick auf die konkrete Umsetzung der verbalen Wortbildung .

Im Einzelnen  werden  im Rahmen der Untersuchung der Wortbildung des Verbs zunächst drei linguistische Theorien detailliert dargestellt, die aufgrund ihrer Vollständigkeit und Differenziertheit hierzu besonders geeignet erscheinen: Grundriß  der deutschen Grammatik  von P. Eisenberg (1998/99), die Textgrammatik  der  deutschen Sprache von H. Weinrich (1993) und die Dudengrammatik  der deutschen Gegenwartssprache (2005).

Großer Raum ist dann der linguistischen und didaktischen Betrachtung der Wortbildungsregeln allgemein  und den wichtigsten Autoren gewidmet:  W. Fleischer/ I. Barz, J. Toman und vor allem J. Erben für die linguistische Seite und B. Mogge und  R. Bohn  (ausführlich bei letzterem nach linguistischen, lernpsychologischen und didaktischen Aspekten) für die didaktische Seite.

Der Komplex der Wortbildung des Verbs wird anhand der einschlägigen Monographien von W. Fleischer/ I. Barz (1995): Wortbildung der deutschen Gegenwartssprache, H. Altmann/ S. Kemmerling (2000): Wortbildung fürs Examen,  und am ausführlichsten wieder die Textgrammatik von H. Weinrich (1993): Textgrammatik der deutschen Sprache,  aus wissenschaftlicher Sicht dargestellt.  

Ein zentrales Kapitel  ist das fünfte, in dem die Autorin einen Überblick über die Grundlagen und Rahmenbedingungen für die Gestaltung von didaktischen Grammatiken gibt.  Anschließend widmet sich das sechste Kapitel der Analyse der Umsetzung in Bezug auf den Stellenwert  und die  Durchführung  der Wortbildungsregularitäten  des Verbs, nicht ohne die jeweilige methodisch-didaktische Fundierung kritisch zu durchleuchten. 

Verdienstvoll, weil in dieser Zusammenschau noch nie an einem Ort behandelt,  sind sowohl die Gegenüberstellung von drei relevanten linguistischen Theorien im Rahmen des Unterthemas der verbalen Wortbildung – es werden jeweils theoretischer Ansatz,  Wortbildungstypen allgemein und die Relevanz speziell für das Verb im Deutschen analysiert – als auch die groß angelegte Synopse der drei ausgewählten didaktischen Grammatiken (Grammatik lernen und verstehen von F. Eppert, 1988,  die  em - Übungsgrammatik  von  A. Hering, M.  Matussek und M. Perlmann-Balme, 2002, und die Grammatik mit Sinn und Verstand von  W. Rug und  A. Tomaszewski, 2001).  Dazu gibt es im umfangreichen Anhang noch weitere Passagen aus diesen drei Grammatiken.

So werden beispielsweise die zahlreichen terminologischen Inhomogenitäten  bei der verbalen Wortbildung oder die linguistischen Systeminkonsistenzen wie auch die Defizite der didaktischen Grammatiken sichtbar. Bei der Synopse letzterer deckt die Autorin  für viele Bereiche der Wortbildung erhebliche Lücken auf.  Verständlich, wenigstens nach der üblichen Unterrichtspraxis, ist die Tatsache, dass die Wortbildung des Verbs am ausführlichsten in den didaktischen Grammatiken für fortgeschrittene Lerner (Niveau B1 – C2) behandelt wird. Gravierende Fehlanzeige gibt es in allen Stufen für ein typisches Problem beim Erlernen der deutschen Sprache, bei Satzbau und Wortstellung: die Verbklammer und die Zweiteiligkeit des Verbs, die explizit  nirgendwo  behandelt werden.  

Die terminologische Unübersichtlichkeit in den linguistischen Theorien wird fortgesetzt in den didaktischen Grammatiken, die sich einerseits absetzen von den linguistischen Termini  und  dann auch ihre je eigene Nomenklatur wählen.

Die Synthese bildet schließlich das siebte Kapitel (das vorletzte) mit dem Versuch der Darstellung eines Modells zur didaktischen Grammatik.  Hierbei folgt die Autorin dem von ihr erweiterten Modell  J. Roches  „Perspektiven auf die Sprache und Einflussfaktoren auf didaktische Grammatiken“. Dieses Modell zeigt unterschiedliche sprachwissenschaftliche Sichtweisen auf die Sprache und verdeutlicht insbesondere, wie „Sprache“ (für Roche ein Begriff von komplexerer Natur als der Terminus „Grammatik“) als wichtiges Zeichen-, Kommunikations- und Handlungsmittel im linguistischen System interpretiert wird.  Didaktische Grammatik speist sich einmal aus linguistischen Grammatiken, von denen zusammenfassend  Textgrammatik, Valenzgrammatik, „Schulgrammatik“ (traditionelle Grammatik), linguistische Pragmatik und Funktionale Grammatik (Funktionale Satzperspektive) auf ihre Tauglichkeit und die Spuren zu einer didaktischen Grammatik untersucht werden,  und  zum andern aus dem sogenannten „Vermittlungsinventar“. 

Primäre Einflussfaktoren nennt die Autorin diejenigen, die von den linguistischen Grammatiken und aus der Spracherwerbsforschung (letztere werden nicht weiter ausgeführt, da die Analyse erklärtermaßen auf grammatische Theorien fokussiert ist)  kommen, sekundäre die, die sich aus dem „Vermittlungsinventar“ ableiten, ein weiter Bogen, der sich von der Sprachlehrforschung bis in die Details der methodisch-unterrichtlichen Vermittlung  erstreckt und z.B. auch Mnemotechniken erfasst oder Prinzipien wie Übersichtlichkeit und Benutzerfreundlichkeit. Zahlreiche Beispiele aus neueren Lehrwerken (über 15 wurden herangezogen) veranschaulichen  die  Bandbreite der Kategorien von Vermittlungstechniken.

Auch die Kontrastivität wird nicht ausgelassen, es werden konkrete  didaktische Vorschläge zur Vermittlung z.B. für Polnisch als Ausgangssprache gemacht. 

Im Schlusskapitel (Kapitel 8)  resümiert die Autorin überzeugend, dass „die fehlende Möglichkeit, auf ein von der Wissenschaft entwickeltes, allseits anerkanntes und in Maßen detailliertes Theoriengebäude zurückgreifen zu können“  der Grund sein dürfte, weshalb „die praktische Umsetzung des Bereichs der Verbbildung in den für die Analyse vorliegenden  (bzw. aus  15 in Augenschein genommenen und schließlich ausgewählten drei Grammatiken – d. Verf.)  ... noch nicht in idealer Art und Weise gelungen ist“ (vgl. Olejarka, S. 241).

Der Kritik, dass die Verbbildung noch keinen eigenen Bereich in den didaktischen Grammatiken darstellt, dass die Regeln nicht konsistent sind und die Terminologie zu unterschiedlich ist, folgen Vorschläge, die eingestandenermaßen zwar das Problem nie ganz zu lösen im Stande sind, die aber Schritte in eine Richtung sein könnten:  die Probleme von der Praxis an die Forschung heranzutragen, ein abgestimmtes Vorgehen von Theorie und Didaktik sowie ein integrativer Ansatz nach dem Roche-Modell,  wie es in Kapitel sieben von der Autorin modifiziert vorgestellt wird.

Fazit für den Leser: durch ausgezeichnete zusammenfassende, synoptische – und verständliche (!) Darstellung der Theorien lesenswert, anregend und hilfreich für Linguisten und linguistisch Interessierte, durch die Fülle der herangezogenen Lehrmaterialien und Bezüge auf die Umsetzung in der unterrichtlichen Praxis lesenswert, anregend und hilfreich für den didaktisch-methodisch interessierten Lehrer. In jedem Fall Pflichtlektüre für alle  Studierenden des Faches Deutsch als Fremdsprache. Autoren künftiger didaktischer Grammatiken werden sich  an diesen Maßstäben messen lassen müssen.


 

 

 

 

 

 

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